Morris: Ein Leben als Hund 6

dogManche Hunde sind einfach cool drauf und lernen gerne Tricks. Mein jetziger Hund Lotte ist so. Und die Hunde von Alexanders Schwester sind grundsätzlich so. Die können gefühlt alles. Na gut, Katrin ist Tierärztin auf Norderney und die Psyche unserer besten Freunde ihre Passion. Außerdem hat sie schon immer mindestens einen Hund. Der Wunderhund, den Morris kennenlernte, hieß Borka. Das elegante Tier war nicht nur gelehrig, sondern auch von großer Schönheit: schlank wie ein Model, kohlrabenschwarz, das kurze glänzende Fell immer adrett, vor Energie leuchtende Augen. Rasse? Der Begleiter des portugiesischen Kochs in der Jugendherberge auf Borkum soll eine heimische Beagle-Dame geschwängert haben. Vom Beagle hat sie nichts, sieht eher aus wie ein erstklassischer Pinscher. Morris beobachtete Borka grundsätzlich mit Skepsis. Was die alles konnte, auf einen Stuhl springen und sitzen wie ein Hase, bei Fuß trotz einer Truppe chaotischer Pensionshunde – total wohlerzogen und doch klassisch Hund. Suspekt war ihm das.

Eines Tages kam er dann auch noch in den Genuss eines besonderen Schauspiels. „Morris: Ein Leben als Hund 6“ weiterlesen

Es lebe die Achtsamkeit V

steleManche ruft der Berg nie. Mich zum Beispiel.
Auch nicht bei der sogenannten Berg-Meditation. Die haben wir während des Achtsamkeitstrainings ausprobiert. Das ist nichts für mich. Schon die Aufforderung, mich auf einen Berg zu konzentrieren, hat mich verunsichert. Ich habe mein Hirn nach Bergbildern durchforstet, aber das einzige, was mir in den Sinn kam war ein Weinberg. Ich stellte mir vor, die Meditation würde so eine Art Wanderung werden und da wären doch Reben ganz schön. Wandern war aber nicht.

Eilig habe ich mein Bild ausgetauscht: Himalaya. Den hatte ich irgendwie vor Augen. Als in der Anleitung der Satz fiel, „die Mitte des Berges“, wusste ich allerdings: Schon wieder falsch. Wo soll denn die Mitte des Himalayas sein? Lange Rede kurzer Sinn, man sollte sitzen wie EIN Berg. Aber davon hat der Himalaya eben mehr als genug. Mit Interesse habe ich beobachtet, dass es kaum möglich ist, sich während einer Meditation um zu entscheiden. Auch der Satz „zum Beispiel das Matterhorn“ half mir nicht mehr. Eine Vorstellung vom Matterhorn konnte ich mir erst nachträglich einholen. Gelernt habe ich trotzdem was: Nicht alles ist für jeden – auch in der Achtsamkeit nicht.

Lotte rennt

Rednock Little White Sparrow
alias Lotte, macht ihrem Namen alle Ehre und fliegt über die Windhund-Rennbahn Hamburg Höltigbaum – immer hinter dem Motorhasen her.
Spaßrennen am 1. Mai 2013

lotte_rennt

 

 

 

 

Es lebe die Achtsamkeit IV

shake 2Eine Schatzkiste ist herrlich. Da findet man Dinge, von denen man gar nicht weiß, dass man sie hat… Ich zum Beispiel habe an einem Regentag ein kleines Büchlein entdeckt. Sofort habe ich mich erinnert, woher es kommt. Malakka! Neujahr 1995 haben Alexander und ich meine Freundin Conni in Singapur besucht und von dort aus einen Ausflug in die malaysische Küstenstadt gemacht. Ich weiß noch genau, wie wir mit dem Überlandbus gefahren sind. Wie wir zu unserer eigenen Überraschung einen alten venezianischen Spiegel gekauft haben, den wir die ganze Heimreise nach Hamburg in eine Pappe verschnürt unter dem Arm getragen haben. Wie wir dieses Respekt einflößenden Reptil – ein Leguan? – am Flussufer sitzen sahen. Und wie wir vor diesem Tempel standen. „Es lebe die Achtsamkeit IV“ weiterlesen

Morris: Ein Leben als Hund 5

winter 2009 2010 005Selbstverständlich waren wir mit Morris in der Hundeschule. Das gehörte damals zwar noch nicht zum guten Ton, aber für einen Hund aus dem Tierschutz gab es das kostenlos im Angebot der Hansestadt Hamburg. Und wir als neue Hundebesitzer wollten ja alles richtig machen. Also standen wir hoffnungsfroh auf einer grünen Wiese hinter dem Tierheim Süderstraße. Ein drei Meter hoher Zaun zur Sicherung um uns herum.
Wir, das waren: ein Rottweiler, 50 Kilo Muskelmasse, das Frauchen zarte 45 Kilo. Ein äußerst selbstbestimmter türkischer Hirtenhund, Schulterhöhe 70 Zentimeter, Herrchen: gleiche Nationalität, gleicher Körperbau. Ein kohlrabenschwarzer, eleganter Pitbull dazu
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Gin and Tonic

Einen Gin Tonic, bitte

Damit das klar ist, wir in unserer Weinrunde sind alles andere als Dogmatiker! Wir trinken (fast) alles, was nass ist und Stil und Promille hat. Thema unseres letzen Treffens war deshalb auch mein jüngster Barbesuch unter dem Motto: „Heute gern mal einen entspannten Gin Tonic.“ War aber eine blöde Idee. In letzter Zeit ist nämlich das zur Malaria-Abwehr für britische Kolonialtruppen erdachte Getränk zur Stilikone der Barwelt aufgestiegen. „Gin and Tonic“ weiterlesen

Morris: Ein Leben als Hund 4

moDoch, Morris war auch mal jung. Und fast ein bisschen sportlich. Aber er hat dem Thema keine größere Bedeutung beigemessen. Und Ehrgeiz es zu vertiefen, hatte er schon gar keinen. Ein Anfall von ungestümer Jugendlichkeit sah zum Beispiel so aus: Wir sind mit Morris den Dünen-Weg auf Norderney entlang geschritten. Schönes Wetter, alles wunderbar. Aus den Höhleneingängen auf der Landseite mit den duftenden Heckenrosen lugten gefühlte 40 Karnickel heraus. „Morris: Ein Leben als Hund 4“ weiterlesen

People are strange… #X

green TI was visiting the Capital of the Middle Kingdom for a report on the local cuisine in times of the upcoming Olympics. So that was in October 2007. That evening we went out of the center of Beijing in a taxi. It was already 8 o’clock, very late for dinner in China. Even in the Capital 6 o’clock is when everybody is sitting at a table, chopsticks in hand. My only excuse: I was traveling with a photographer! We left the highway, turned into several streets and eventually rolled down a very dark dust road. The driver was all but enthusiastic. Specially after we had passed a military post the car was getting slower and slower. He grumbled: „Don’t have a clue where this place could be.“ Two hands were stretching out towards him holding a cell phone. My second hand showed the card with the phone number of the place. We were in the majority and absolutely determined not to get out of the car in this end-of-the-world scenery.
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