Nachtleben mit Morris und Lotte

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Lotte im Tiefschlaf

Es gibt Hunde, die schlafen im eigenen Bett. Auch gut. Bei uns ist das anders, wir sind Anhänger der Rudel-Idee. Ist wissenschaftlich natürlich Quatsch, weil wir so gesehen eher eine Gruppe bilden. Aber egal, wir teilen das Lager. Das hat uns unser ersten Hund Morris beigebracht. In nächtlicher Kleinarbeit hat er sich heran gearbeitet, denn als er aus dem Heim kam, wurde ihm – klassisch Anfänger – selbstverständlich zunächst ein separater Schlafplatz in einem Hundebett (Raubtiermuster) angeboten …

Exakt drei Tage später war die Sache geritzt: Morris schlief mit im Bett. Das war damals niedrig, da konnte auch ein unsportlicher Hund stressfrei rein schleichen und sich intelligent so mittig zwischen unsere Füße legen, dass er nicht anstieß. Wir haben die ganze Nacht nichts gemerkt. Erst später hat er eine Vorliebe für tonnenschweres „auf-der-Decke-in-der-Kniekehle-liegen“ entwickeln. Unschönes Gefühl! Man glaubt, man sei in die Matratze betoniert.

Sein Hundetraum von Haus mit Garten brachte dann leider einen großen Nachteil mit sich: ein neues Bett. Morris musste richtig Schwung holen, um reinzukommen. Ganz aus war es, nachdem er beim schlaftrunkenen Umdrehen im hohen Bogen rausfiel. Das tat einen Schlag! Und alles Gekümmere war vergeblich. Der Glaube des Morris in die (Betten)Welt war tief erschüttert. Er schlief fürderhin lieber in seiner sicheren Koje im Schrank.

Seiner Nachfolgerin Lotte würde das so nicht passieren. Erstens ist sie sportlich und zweitens gewieft: Sie schläft absturzsicher in der Mitte, an einen von uns beiden angedockt und außer bei großer Hitze auch eher unter der Decke.

Als sie noch klein war hat sie mir den grässlichsten Albtraum aller Zeiten eingebracht: Ich im schwülen Dschungel mit schwerer Atemnot … Eine Riesen-Python drückte mich zu Boden und würgte mich dem Ende entgegen. Wildes Strampeln. Aufwachen half nichts, das Vieh war wirklich um meinen Hals – hatte aber komischerweise ein weiches Fellchen.
Das war die kleine, süße Lotte im seligen Tiefschlaf …

Ach übrigens: Man gewöhnt sich derartig an die warme Fellrolle. Manchmal wachen wir auf, weil Lotte fehlt. Sie findet nämlich das weiche Kissen vor dem Fernseher oder die Koje unten im Schrank auch ganz toll …

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