Profi-Trinker: Der Klimawandel

… und jetzt zum Wetter
Nach Supersommer und Jahrhundertherbst – in Hamburg, meine ich – braucht kein Mensch einen Winterurlaub unter südlicher Sonne. „Sag bloß, Du willst Skifahren?“ Meine Freundin Conni zieht die Augenbrauen hoch. Sie kann dem Skizirkus nichts abgewinnen. „Oh Gott, Jagertee“, stimmt mein Mann Alexander ein. Dabei ist die Sorge völlig unberechtigt. Ich kuschle mich lieber aufs Sofa. Hüttenzauber? Mir reicht das Schaffell. Auch wenn mein Hund Lotte ziemlich empört Besitzanspruch anmeldet.

„Ja, der Klimawandel ist da“, wirft Conni fröhlich in unsere Weinrunde und Alexander dreht weiter: „Wie ist eigentlich der Jahrgang 2014 vom Hamburger Stintfang geworden?“ Der Tropfen aus der winzigen Südlage mit Hafenblick war stets ein Ausbund prägnanter Säure. Von mir aus darf er gern weiterhin an illustre Gäste des Bürgermeisters ausgeschenkt werden. „Saurer Wein ist top für Schaumwein“, sinniert Alexander „das wissen sie in der Champagne schon lange. Also, was die können … Man müsste mal Bodenproben nehmen an den Geesthängen entlang unserer Elbchaussee.“

Conni rechnet – die Frau ist immerhin Finanzchef: „Das sind beste Immobilienlagen. Das Investment siehst Du nie wieder.“ Alexander grinst: „Ach was, wir müssen unter den Platzhirschen nur engagierte Weintrinker finden, die eh nicht wissen, was sie mit ihren riesigen Gärten anfangen sollen.“ Genau, und ein paar Neueigentümer ließen sich bestimmt auch mobilisieren – über Rebzeilen hinweg blickt es sich schließlich besser als über alten Baumbestand… Im Glas hatten wir übrigens den frischen, leichten und trotzdem herzhaften 2014 GrüVe vom österreichischen Weingut Jurtschitsch in Langenlois. Sowas müsste doch in Hamburg auch möglich sein. 7,90 Euro, www.rotweissrot.de

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