Profi-Trinker: Hopfen und Malz

Bier ist Frauensache!
Nein, ich habe keine Vorurteile – dachte ich. Bis ich mich hinsetzte, um über Bier zu schreiben. Eindeutig Männersache, schrieb ich da. Und weiter: seinen Fans Grund genug, stundenlang in Kneipen mit abgestandenem Geruch zu sitzen und dabei schweigend auf Gläser zu starren … Tja, Sie ahnen es, ich bin frohsinnige Weintrinkerin. Die bierernste Säule der Getränkewelt, gestützt von König Fußball, Herrengedeck und Reinheitsgebot, ist mir fremd. Hopfen und Malz waren immer etwas für andere, für eine eingeschworene Gemeinde eben, die mit Heiligen, Raubtieren und Geweihträgern auf dem Etikett was anfangen konnte. Unvorstellbar, dass sich das mal ändern könnte.

Hat es aber. Denn jetzt gibt es Craft Beer. Das handwerklich in überschaubaren Mengen hergestellte Bier hat Klasse. Ausgerechnet auf einer Weinreise ist es mir erstmalig begegnet, es gibt so Zufälle. Das Bräu, das Winemaker Smith aus seiner Kellerecke im Clare Valley holte, duftete nach Blumen, Lychee, Passionsfrucht und schmeckte frischfruchtig – wie Sauvignon Blanc! Sie müssen jetzt nicht bis nach Australien reisen, der tolle Stoff hat rasant Fahrt durch die Genusswelt aufgenommen – und dabei auch gleich den Männermuff abgestreift.

Unisex ist das neue Bier und super stylish! Auf den Flaschen dominiert zeitgenössisches Grafikdesign und innen gibt es vielschichtige Aromen, wie wir sie sonst nur von guten Weinen kennen. Ich habe übrigens Indian Pale Ales, kurz IPAs genannt, für mich entdeckt. Die passen großartig zum Essen und schmecken sogar echten Kerlen. Da bin ich ganz vorurteilsfrei.et-logo

3 Antworten auf „Profi-Trinker: Hopfen und Malz“

  1. Liebe Renate! Nach langer Zeit … und da geht’s um Bier, grad am Geburtstag meines Vaters (88 wäre er geworden, hat aber schon vor 30 Jahren die Segel gestrichen), der eiserner Biertrinker war, erst Bürger- und Engelbräu, dann Augustiner. „Serienrein bleiben“, war sein Credo, und das steht auch in meinem Roman „Tod am Tiber“ (in Hamburg bei Nautilus verlegt!), der letzten August rauskam und sich schlecht verkauft, ist aber egal. In diesem Buch wird eine Menge getrunken. Der Held, Rudi, tut das, also ich, und mir dreht’s natürlich den Magen um, wenn ich lesen muss, wie dein neues Lieblingsbier schmeckt und riecht … Aber du weißt, hier Bayern, für uns ist Bier Lebensmittel, kulinarisch nicht der Rede wert, a Hell’s bittschön, ist ja eigentlich Wasser, so tröste ich mich, aber jetzt schenke ich mir auch ein Gläslein Gutedel ein … Mach’s gut, und dieses Jahr plane ich sogar eine Reise nach Norden, Südschweden, da muss man ja durch Hamburg, da komme ich ja vielleicht mal vorbei so Ende April/Anfang Mai … Ciao servus Manni.

      1. Liebe Renate! Aus dem Buch „Alchemie“ von Helmut Gebelein: „Die Bierbrauerei ist ein altes alchemistisches bzw. chemisch-technisches Verfahren. Bier war möglicherweise sogar das erste Getränk, das durch alkoholische Gärung aus stärkehaltigen Rohstoffen gewonnen wurde und berauschend wirkte.“ S. 126, Gruss mit eeinem Franziskaner Weissbier Dunkel, und ich melde mich rechtzeitig, servus Manni.

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