Profi-Trinker: Nachhaltigkeit

Alles Träumerei?
Ich bin gegen ex und hopp. Lieber einmal was Gutes, statt ständig Neues kaufen. Ich glaube, meinen Rührlöffel habe ich seit 40 Jahren. Die Nachhaltigkeitsidee fällt bei mir deshalb auf fruchtbaren Boden. „Ach, träum weiter!“ Mein Mann Alexander hat anhand der Glühbirne den Glauben an die Menschheit verloren: „In den 20ern – letztes Jahrhundert – haben die Hersteller verabredet, dass nach 1000 Brennstunden Schluss ist, so wird die Birne rentabel. Heute ist es mit allen Geräten so: Die sollen nicht halten! Nachhaltigkeit ist in, die Wirklichkeit sieht anders aus.“

Meine Freundin Conni, Führungskraft in einem Technikkonzern und für Wirtschaftlichkeit immer offen, philosophiert in unsere Weinrunde: „Tja, diese schönen Programme muss man sich leisten können.“ Quatsch. Das heißt nicht „können“, sondern „wollen“. Was ein kleines Weingut stemmt, wird ein Großkonzern erst recht können, finde ich. „Das machen die Firmen aber nicht freiwillig, und wenn man sie zwingt, dann neigen sie zu fiesesten Kartellen – ich sage nur: Glühbirne.“ Alexander kann sich nicht vom Leuchtmittel lösen.

Mir ist das zu düster. Mein Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll. Der Bio-Markt wächst jedes Jahr und die Zahl der Slow-Food-Fans auch, selbst Hosengroßproduzenten hängen neuerdings in ihre Werke Zettel, dass man das Stück nicht wegwerfen, sondern weitergeben soll. Und das mache ich auch. Das ist nämlich gut für mich und mein Karma.

Was wir an diesem Abend getrunken haben? Die fruchtig-samtige Edelgräfler Rotwein-Cuvée trocken vom Weingut Zähringer (siehe auch Seite 92) und zwar aus der genialen CO2-sparenden 3-l-Bag-in-Box- Verpackung (23,70 Euro). Geht doch!

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