Profi-Trinker: Bella Italia

Nur geklaut?
Ich liebe Italien. Und die Klischees auch: La dolce vita, Pizza, Pasta, Porchetta, Vino, Gelati, nicht zu vergessen die sentimentalen Tifosi – herrlich! Das ist Amore. Und damit das so bleibt, sozusagen in Carrara-Marmor gemeißelt, haben meine geliebten Italiener jetzt einen Club gegründet zum Schutz des „Prodotto italiano“. Unter dem Namen „Italian Sounding“ soll Plagiaten, also allem, was nur nach Italien klingt, der Garaus gemacht werden. Basta!

„Ach, und wer hat die Pasta erfunden?“ Meine Freundin Conni hebt ihr Weinglas: „Auf die Chinesen! Die Idee hat dieser antike Globetrotter Marco Polo doch nur im Reich der Mitte geklaut.“ Auch mein Mann Alexander wundert sich über diese Art Produktschutz: „Selbst wenn der die Nudel um anno 1300 nicht gemopst hätte, dann wäre sie ja noch lange keine italienische Nudel. Italien gibt es doch erst seit 1861.“ Die beiden können so spitzfindig sein. Es geht doch um das Feeling, um rot-weiß-grün wie Tomaten, Mozzarella, Basilikum … „Oder Paprika, Trappistenkäse, Gurkenscheiben“, Conni ist auf Ostkurs und wirft sich für die Ungarn in die Bresche: „Gleiche Flagge, nur gedreht.“

„Warum sind die Italiener plötzlich so humorlos?“ Alexander schüttelt den Kopf: „Ihre Küche wird doch täglich irgendwo neu erfunden. Stellt Euch nur die Amerikaner ohne ,ihre‘ Pizza vor.“ Stimmt wohl. Bella Italia wird die Geister nicht mehr los. Alle wollen mitmachen – und mitverdienen. Der Club wird es schwer haben. Wir haben ein Glas auf ihn getrunken. Und zwar vom frischen, süffigen, eleganten 2013 Unlitro di Ampeleia von Elisabetta Foradori aus der Maremma. Der passt zu jeder italienischen Gefühlsregung. 1 l, ca. 10 Euro. www.messwein.deet-logo

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