Die Killer-Dogge von Tötensen

März 14th, 2015 § 0 comments § permalink

IMG_0607Manche Ortsnamen sind speziell – so wie Tötensen zum Beispiel. Das liegt, wenn man aus Hamburg nach Süden rausfährt, Richtung Lüneburger Heide, gleich hinter dem Elbtunnel. Nicht dass wir ständig in Tötensen wären, aber die Autobahnausfahrt heißt genauso. Jedes mal, wenn das Schild auftaucht, sagt Alexander: “Da hat Tante Marita auch mal gewohnt.” Und ich antworte: “Ja. Die Killer-Dogge von Tötensen”. DIE Überschrift im Blätterwald des Nordens so ungefähr anno 1970.

Alexander Tante züchtet nämlich schon immer Hunde – große, Furcht einflößende Hunde. Damit war sie – wenn ich es richtig verstanden habe – bei den Hamburger Luden hoch angesehen und gut im Geschäft. Zuerst waren das Deutsche Doggen, die einem bis an die Taille reichen, dann Rottweiler, später Bordeaux-Doggen – nur noch knapp 70 Zentimeter hoch und 50 Kilo schwer. Anläßlich ihres 70. Geburtstags vor ein paar Jahren hat mir Marita mit abfälligem Seitenblick auf meinen Terrier Lotte verraten: “Die sind nicht so frech wie der. Die erziehst du mit dem Heben einer Augenbraue.”

Also in “Scott & Huutsch – eine Dogge zum Knutschen” sieht Tom Hanks nicht so aus, als wenn er davon schon mal gehört hätte. Und auch bei Tante Marita hat das nicht immer so geklappt… Jedenfalls kam der Tag, an dem sich eine Dogge namens Gitta um keine Augenbraue mehr scherte und sich lieber an ihren Usprung als Bullenbeißer erinnerte. Ihren eigenen Erzählungen zufolge konnte Tante Marita sie noch gut zehn Meter lang halten, während derer der Hund sie durch den Matsch schleifte, dann ließ sie los… Und das Schicksal nahm seinen Lauf. Gitta setzte über den Zaun und riß kurz entschlossen die auf der Weide stehende Kuh…

Marita konnte größeren Scherereien durch einen beschleunigten Umzug von Niedersachsen nach Schleswig-Holstein entgehen. Damals war man in Sachen Kampfhund noch nicht ganz so emotional. Alexander erzählt bis heute immer wieder wilde Geschichten von den verschiedensten Hunden – aber am liebsten erinnert er sich daran, wie er als Kind von der Dogge Bronco auf dem Schlitten durch die Schneelandschaft gezogen wurde…

Profi-Trinker: Nachhaltigkeit

Februar 17th, 2015 § 0 comments § permalink

Alles Träumerei?
Ich bin gegen ex und hopp. Lieber einmal was Gutes, statt ständig Neues kaufen. Ich glaube, meinen Rührlöffel habe ich seit 40 Jahren. Die Nachhaltigkeitsidee fällt bei mir deshalb auf fruchtbaren Boden. „Ach, träum weiter!“ Mein Mann Alexander hat anhand der Glühbirne den Glauben an die Menschheit verloren: „In den 20ern – letztes Jahrhundert – haben die Hersteller verabredet, dass nach 1000 Brennstunden Schluss ist, so wird die Birne rentabel. Heute ist es mit allen Geräten so: Die sollen nicht halten! Nachhaltigkeit ist in, die Wirklichkeit sieht anders aus.“

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Profi-Trinker: Hopfen und Malz

Januar 20th, 2015 § 3 comments § permalink

Bier ist Frauensache!
Nein, ich habe keine Vorurteile – dachte ich. Bis ich mich hinsetzte, um über Bier zu schreiben. Eindeutig Männersache, schrieb ich da. Und weiter: seinen Fans Grund genug, stundenlang in Kneipen mit abgestandenem Geruch zu sitzen und dabei schweigend auf Gläser zu starren … Tja, Sie ahnen es, ich bin frohsinnige Weintrinkerin. Die bierernste Säule der Getränkewelt, gestützt von König Fußball, Herrengedeck und Reinheitsgebot, ist mir fremd. Hopfen und Malz waren immer etwas für andere, für eine eingeschworene Gemeinde eben, die mit Heiligen, Raubtieren und Geweihträgern auf dem Etikett was anfangen konnte. Unvorstellbar, dass sich das mal ändern könnte.

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Profi-Trinker: Der Klimawandel

Januar 5th, 2015 § 0 comments § permalink

… und jetzt zum Wetter
Nach Supersommer und Jahrhundertherbst – in Hamburg, meine ich – braucht kein Mensch einen Winterurlaub unter südlicher Sonne. „Sag bloß, Du willst Skifahren?“ Meine Freundin Conni zieht die Augenbrauen hoch. Sie kann dem Skizirkus nichts abgewinnen. „Oh Gott, Jagertee“, stimmt mein Mann Alexander ein. Dabei ist die Sorge völlig unberechtigt. Ich kuschle mich lieber aufs Sofa. Hüttenzauber? Mir reicht das Schaffell. Auch wenn mein Hund Lotte ziemlich empört Besitzanspruch anmeldet.

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Profi-Trinker: Die Sache mit dem Sti(e)l

Januar 5th, 2015 § 0 comments § permalink

Kleiner Stil-Knigge
Der Jahreswechsel ist ja der perfekte Zeitpunkt, ein bisschen über Etikette nachzudenken. Und wenn ich einen Wunsch frei hätte, wünschte ich mir, dass der eine oder andere Weintrinker sich auf einen gepflegten Stil und, ja, auch auf den Stiel besänne. Kurz: Es stört mich, wenn Leute ihr Weinglas unelegant am Kelch grabschen. „Wieso? Ist doch großartig. Wenn was passiert, hat der Detektiv wunderschöne Fingerabdrücke.“ Meine Freundin Conni hat in ihrem Leben eindeutig zu viele Krimis gelesen.

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Profi-Trinker: Der Glühwein dräut …

Dezember 8th, 2014 § 0 comments § permalink

Verkehrte Welt im Advent
Also, Advent ist nicht meine Jahreszeit. Erstens: Das Wetter deprimiert mich. Zweitens: Ständig schmeißt jemand mit Kalorienbomben nach einem. Und dann auch noch die Glühweinsaison – grässlich! „Ach, den gibt’s doch jetzt ganz wunderbar als Winzerglühwein, und der ist gar nicht so schlecht“, sagt meine Freundin Conni, aber sie stammt auch aus dem Epizentrum aller Weihnachtsmarkttraditionen: Nürnberg! Man muss es ihr also nachsehen … „Von wegen Nürnberg, das Getränk geht zurück bis auf die alten Römer.“ Mein Mann Alexander ist Lateiner: „,Conditum paradoxum‘ hieß der damals hochgeschätzte Stoff und wurde von schönen Jünglingen serviert.“

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Profi-Trinker: Das Comeback

September 22nd, 2014 § 0 comments § permalink

Korn kommt!
Ich weiß ja nicht, wie alt Sie sind, aber mir fällt beim Thema „Made in Germany“ gern mal Apfelkorn ein. „Oh, Gott …“, meine Freundin Conni erinnert sich schlagartig an die Partys in den 70er Jahren, damals in der Kellerbar des Studentenwohnheims. Ich war dort sogar zwei Semester lang Barkeeper zusammen mit meinem Kommilitonen Khalid. Damals waren wir uns einig: Boney M. plus Apfelkorn sind der Kassenschlager. Ich meine mich zu erinnern, dass „Rivers of Babylon“ aus dem Kassettendeck dröhnte. Keiner wäre ins Bett gegangen, ohne mindestens einmal mitzusingen und ein, zwei … Gläschen zu kippen. War ja auch ausgesprochen preisgünstig – 80 Pfennig oder so.
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Profi-Trinker: Sex Sells …

August 31st, 2014 § 0 comments § permalink

Foto[1]Sex? Nicht schon wieder!
Keine Ahnung, wie es Ihnen geht, aber mir kommt meine Umgebung langsam „oversexed“ vor. Bei der Werbung hat man sich ja daran gewöhnt: Der Marketingerfolg ist direkt proportional zur knallig präsentierten Blöße. Aber dass jetzt auch noch der Wein herhalten muss für „Sex sells“ – echt peinlich! „Wie? Haben sie einen B-Promi in einer Wanne voll Champus geknipst?“ Mein Mann Alexander lässt eindeutig einen gewissen Ernst vermissen. Dabei kann er sowas von froh sein, dass ich uns nicht den Abend verhunzt habe mit dem „Pornfelder“ vom Online-Versender „Geile Weine“.

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Profi-Trinker: Ein K(r)ampf

August 27th, 2014 § 0 comments § permalink

Die Kalorienfrage …
Also, ich hab in meinem ganzen Leben noch keine Diät gemacht, die über ein paar Tage FDH nach dem Urlaub hinausging. Dass wir in unserer Weinrunde trotzdem „Kalorien“ diskutierten, liegt an den Briten. Die wollen nämlich, dass auf Weinflaschen die Kalorienzahl angegeben wird! Warum? Weil ganze 63 Prozent der Konsumenten keinen Schimmer haben, dass Wein Kalorien enthält.

„Und?“ Meinem Mann Alexander sind Nährwerte wurscht: „Das ist doch unnützes Wissen und verschandelt das Etikett.“ Meine Freundin Conni fixiert streng seine T-Shirt-Mitte: „Es muss nicht verkehrt sein, wenn man sich über den Inhalt einer Sache informiert. Du könntest Dir dann eine Tabelle anlegen, wie viel Du von was essen und trinken darfst – ohne zuzunehmen.“ Conni hat Erfahrung – zurzeit schwärmt sie für „low carb“. Aber Alexander ist ungewöhnlich uneinsichtig: „Wenn ich zu viel esse und trinke, dann sagt mir das schon mein Bauchgefühl. Dazu brauche ich keine Zahlen!“

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Profi-Trinker: Das WeinKondom

Juli 12th, 2014 § 0 comments § permalink

Tolle Tarnkappe?
Für mich ist „Weniger ist mehr“ ein stimmiger Ansatz, auch wenn die Accessoire-Industrie das anders sieht. Wenn es nach denen ginge, hätte man Wandschränke voll seltsamer Geräte – unter anderem zur Behandlung von Weinflaschen. Was es da alles gibt: vom Säbel für Leute, die sich beim Öffnen einer Champagnerflasche schon immer mal in die Hand schneiden wollten, bis zum Flaschenhalter in Form eines Lassos für den Rodeo-Fan … irre! Eine sprudelnde Geldquelle scheinen auch Verschlüsse für Weinflaschen zu versprechen. Und das treibt dann gern heitere Blüten.

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