Manche ruft der Berg nie. Mich zum Beispiel.
Auch nicht bei der sogenannten Berg-Meditation. Die haben wir während des Achtsamkeitstrainings ausprobiert. Das ist nichts für mich. Schon die Aufforderung, mich auf einen Berg zu konzentrieren, hat mich verunsichert. Ich habe mein Hirn nach Bergbildern durchforstet, aber das einzige, was mir in den Sinn kam war ein Weinberg. Ich stellte mir vor, die Meditation würde so eine Art Wanderung werden und da wären doch Reben ganz schön. Wandern war aber nicht.
Eilig habe ich mein Bild ausgetauscht: Himalaya. Den hatte ich irgendwie vor Augen. Als in der Anleitung der Satz fiel, “die Mitte des Berges”, wusste ich allerdings: Schon wieder falsch. Wo soll denn die Mitte des Himalayas sein? Lange Rede kurzer Sinn, man sollte sitzen wie EIN Berg. Aber davon hat der Himalaya eben mehr als genug. Mit Interesse habe ich beobachtet, dass es kaum möglich ist, sich während einer Meditation um zu entscheiden. Auch der Satz “zum Beispiel das Matterhorn” half mir nicht mehr. Eine Vorstellung vom Matterhorn konnte ich mir erst nachträglich einholen. Gelernt habe ich trotzdem was: Nicht alles ist für jeden – auch in der Achtsamkeit nicht.







