Helden im wahren Leben VIII

Februar 22nd, 2013 § 1 comment § permalink

Chinesen sind ja die Schwaben Asiens, das kenne ich bestens von meiner Freundin Fu. Also wie die sparen kann… Deshalb hat es mich auch gar nicht groß gewundert, dass zwei Chinesen beim Einsteigen in den Schnellbus erstmal den Preis aushandeln wollten. Die Haltestelle ist nicht weit vom Hamburger Konsulat entfernt, deshalb ist es nichts Außergewöhnliches einen Vertreter des Reichs der Mitte an der Elbchaussee anzutreffen.
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Es lebe die Achtsamkeit II

Januar 22nd, 2013 § 1 comment § permalink

8sam zum Bus
22. Jan, so ungefähr 9 Uhr morgens, Bushaltestelle
, gute 3 Zentimeter Schnee auf Hamburgs Straßen, also Chaos  – Manchmal ist es erstaunlich was einem so durch den Kopf geht beim warten. Mir fiel heute morgen auf den Schnellbus wartend die Geh-Meditation ein. Bewusstes Gehen im Hier und Jetzt, gestört durch nichts. Gut, es gibt angenehmere Hier und Jetzts. Aber man kann es sich eben nicht immer aussuchen. Ich habe zunächst festgestellt, dass der Unterstand – oder nennt man das immer noch Wartehäuschen – 10 kleine Schritte lang ist. Es lassen sich also bestens 8 Schritte vor und 8 Schritte zurück machen ohne die Glasseitenwand zu berühren. Die Wende habe ich weggelassen. War mir zu riskant, so ein Schnellbus rast ja dann auch schnell mal vorbei – auch im Schneegestöber.
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PS – zum Helden VII

November 21st, 2012 § 0 comments § permalink

Das ist im Schnellbus selten, der gleiche Fahrer am übernächsten Tag. Der Chinese wieder. Und das ist er sicher, habe heute gesehen, dass er traditionelle, lange Nägel an den kleinen Fingern kultiviert. Der Mann war wie ausgewechselt: die Ausgeglichenheit selbst. Aber unterhaltsam war er auch heute wieder: Er hatte einen von Hand beschriebenen Bogen Papier dabei, von dem er leise die Lippen bewegend sich selbst vorlas und fröhlich grinste. Wie romantisch dachte ich, ist bestimmt ein Liebesbrief. Aber je länger das dauerte – wir krochen eine ganze Weile im Stau voran – desto mehr bin ich zur Überzeugung gekommen: Der hat seinen Beitrag zur Weihnachtsfeier auswendig gelernt.

Helden im wahren Leben VII

November 19th, 2012 § 0 comments § permalink

Dieses ruhige Gleiten ist ja das, was ich an Profi-Fahrern so unendlich bewundere. Die bewegen sich – egal wie riesig ihr Vehikel – durch den Verkehr wie ein Fisch im Wasser. Herrlich. Manche Autofahrer können das auch. Und umgekehrt können es manche Profis auch nicht. Heute morgen hatte ich so einen. Der fuhr wie meine Schwiegermutter, mit äußerst unruhigen Gas-Fuß. Mir hängt jetzt noch der Magen auf halber Höhe vom ruckartigen Vor und Zurück im Sitz. Mit verbundenen Augen hätte ich sofort China assoziiert. Ganz klassischer Fahrstil!
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Helden im wahren Leben VI

November 14th, 2012 § 0 comments § permalink

Hamburgs Radfahrer sind lebensmüde es kann nicht anders sein. Ständig liegt irgendwo ein zerknülltes Fahrrad auf der Straße. Daneben immer die gleiche Szene: Rettungswagen – Polizisten – Autofahrer, den Schock im Gesicht. Mehr weiß man natürlich nicht, wenn man mit dem Schnellbus vorbei braust. Aber neulich hab ich einen Vorgeschmack bekommen, von dem was da abgeht: Ein Typ “Space Cowboy” radelt die Elbchaussee runter, dem müssen die Waden geglüht haben. Wie im Rausch zieht der immer wieder am Bus vorbei – auch gern noch schnell vor der Haltestelle und zwar rechts rum. Da stand einem schon im Bus sitzend der Schweiß auf der Stirn. Und dann kam der Clou: Der Bus steht an der Ampel auf der Links-Abbieger-Spur, Space Cowboy zieht von rechts ran, hält neben dem Bus, haut auf die geschlossene Tür. Der Fahrer, der das wahnwitzige Treiben die ganze Zeit echt cool im Griff hatte, macht auf: “Was’ los?” Cowboy schreit erbost: “Sie! Sie haben mich abgedrängt!”

Helden im wahren Leben V

Oktober 22nd, 2012 § 0 comments § permalink

Haben Sie schon mal einen Schnellbusfahrer eine Rede halten hören? Ich schon! Und der Mann war so cool. Mit einfachen Wort war alles gesagt. Ein Typ im Designer-Anzug war Susettestraße eingestiegen und zischte boshaft. Was? Keine Ahnung, das wurde durch einen Menschen abgeblockt, der noch eine Fahrkarte brauchte. Muss aber ordentlich gewesen sein, denn die beiden schauten verblüfft hinter dem Typen her. Abfahrt, ein paar Meter passierte nichts. Dann griff der Mann am Steuer zum Mikrofon: “Was Sie denken? Sie schreien. Ich Panik. Wir alle tot.
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Helden im wahren Leben IV

Oktober 1st, 2012 § 0 comments § permalink

Eigentlich denkt man, dass Busfahrer ein bestimmtes Alter haben müssten, für den Service am oft nörgeligen Kunden. Warum weiß ich nicht und ist auch nicht so. Neulich hatte ich einen, der war bestimmt noch keine 30. Sah eher aus, als hätte er grade den Führerschein gemacht … der war ungebrochen, engagiert, gradezu fröhlich. Was ganz anderes als die alten Brummbären, die natürlich auch richtig cool sind. Also jedenfalls fährt der junge Dynamiker schwungvoll an die Haltestelle ran. Tür auf, aber die Blondine bleibt draußen stehen und ruft rein: “Wie lange brauchen Sie bis Teufelsbrück?” Der jugendliche Fahrer roch das Abenteuer und fragte begeistert: “Wann müssen sie da sein?” Sie: “In 20 Minuten.” Er: “Springen Sie rein, das schaffen wir.”

Herrlich, die hat ihm das auch noch geglaubt! Dass er an seiner Kasse einen Routenplan kleben hatte, sprich: verdammt neu im Geschäft war, das hat sie gar nicht gemerkt. Aber so wie der geheizt ist, haben die beiden das wahrscheinlich sogar geschafft. Bei Schnellbussen muss man nämlich aufpassen, die fahren wie der Teufel, nicht nur, wenn ihr Ziel Teufelsbrück heißt. Neulich saß ich in einem, der musste auf der Reeperbahn eine Vollbremsung hinlegen, weil so ein Dödel aus der Seitenstraße geschneckt kam. War knapp, aber der Schnellbuss-Passagier ist loyal, wie die Dame neben mir: “Also diese Autofahrer heutzutage.”

Helden im wahren Leben III

August 30th, 2012 § 0 comments § permalink

Schnellbusfahrerinnen Weisheit:

“Auch der Tod ist heute nicht mehr für umsonst.”

09:08 Uhr, Hamburg, Reeperbahn, Haltestelle Davidstraße

Helden im wahren Leben II

August 29th, 2012 § 0 comments § permalink

Der normale Hamburger ist weltoffen
und jedweder rassistischen Tendenz abgeneigt.
Und Hamburger Schnellbusfahrer sind auch so. Klar, sie stammen ja auch aus aller Herren Länder. Grade war ich mit einem unterwegs, der war nun kein Kommunikationstalent. Wer rein kam und sich nicht das Ticket vor’s Gesicht hielt, wurde mit “Fahrkarte” angebellt. Nur unter uns: Jeder Schnellbus-Stammkunde weiß, dass er die zeigen muss und gefälligst eilig in den Bus springt. Der Name Schnellbus kommt schließlich nicht von ungefähr. Also
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Helden im wahren Leben I

August 28th, 2012 § 0 comments § permalink

Ich bin begeisterter Schnellbusfahrer.
Am liebsten sitze ich gleich vorn am Eingang. Was man da alles mit kriegt – Donnerknispel! Grade wieder: Mit quietschenden Reifen driftet ein silberfarbener Mercedes vor den Bus in die Haltebucht. Wie bei James Bond. Ein Mann springt aus dem Wagen, rennt zur Bustür und schreit die Fahrerin an: “Was glauben Sie, wer Sie sind, sie haben nicht angehalten,.
Meine Frau ist an der Straße gestanden und hat ihnen doch gewunken.” Der Mann keift außer sich. Die Busfahrerin fassungslos: “Ich kann doch nicht IRGENDWO anhalten, nur weil sie da stehen und winken.” Der Kerl kreischt ungebremst weiter … bis die Fahrerin zitternd vor Aufregung schreit: “Jetzt aber RAUS.” Die Frau hat sie natürlich mitgenommen … Das war der Hammer. Die Fahrerin redete noch eine ganze Weile vor sich hin. Ob die wohl ein Coaching kriegen?