Mai 24th, 2013 § § permalink
Manche ruft der Berg nie. Mich zum Beispiel.
Auch nicht bei der sogenannten Berg-Meditation. Die haben wir während des Achtsamkeitstrainings ausprobiert. Das ist nichts für mich. Schon die Aufforderung, mich auf einen Berg zu konzentrieren, hat mich verunsichert. Ich habe mein Hirn nach Bergbildern durchforstet, aber das einzige, was mir in den Sinn kam war ein Weinberg. Ich stellte mir vor, die Meditation würde so eine Art Wanderung werden und da wären doch Reben ganz schön. Wandern war aber nicht.
Eilig habe ich mein Bild ausgetauscht: Himalaya. Den hatte ich irgendwie vor Augen. Als in der Anleitung der Satz fiel, “die Mitte des Berges”, wusste ich allerdings: Schon wieder falsch. Wo soll denn die Mitte des Himalayas sein? Lange Rede kurzer Sinn, man sollte sitzen wie EIN Berg. Aber davon hat der Himalaya eben mehr als genug. Mit Interesse habe ich beobachtet, dass es kaum möglich ist, sich während einer Meditation um zu entscheiden. Auch der Satz “zum Beispiel das Matterhorn” half mir nicht mehr. Eine Vorstellung vom Matterhorn konnte ich mir erst nachträglich einholen. Gelernt habe ich trotzdem was: Nicht alles ist für jeden – auch in der Achtsamkeit nicht.
Mai 20th, 2013 § § permalink
Eine Schatzkiste ist herrlich. Da findet man Dinge, von denen man gar nicht weiß, dass man sie hat… Ich zum Beispiel habe an einem Regentag ein kleines Büchlein entdeckt. Sofort habe ich mich erinnert, woher es kommt. Malakka! Neujahr 1995 haben Alexander und ich meine Freundin Conni in Singapur besucht und von dort aus einen Ausflug in die malaysische Küstenstadt gemacht. Ich weiß noch genau, wie wir mit dem Überlandbus gefahren sind. Wie wir zu unserer eigenen Überraschung einen alten venezianischen Spiegel gekauft haben, den wir die ganze Heimreise nach Hamburg in eine Pappe verschnürt unter dem Arm getragen haben. Wie wir dieses Respekt einflößenden Reptil – ein Leguan? – am Flussufer sitzen sahen. Und wie wir vor diesem Tempel standen. » Read the rest of this entry «
Februar 7th, 2013 § § permalink
Die mobile 8samkeit
Das Leben ist kein Wunschkonzert. Wissen wir alle. Schon gar nicht im freitäglich voll gestopften ICE von Frankfurt nach Hamburg. Da überkommt einen schon mal dieses unbändige Bedürfnis nach Ruhe und Meditation. Das Buch ausgelesen, draußen rast die Welt grau in grau vorbei, der Sitznachbar grunzt freudig über seinem Brutalo-Comic auf dem ipad. Wer will da nicht weg, ganz weit weg. Aber bei sich selbst bleiben geht auch.
Wozu hat der Mensch seine geführte Sitzmeditation auf dem iphone gespeichert. Die Führung kommt aus den Kopfhörern und los geht’s . Gut, der ruhige, geschützte Platz, an den mich die Stimme schickt, scheint jetzt Lichtjahre entfernt … und das würdige Erscheinungsbild ist in diesem Spezialfall auch … naja, sagen wir mal … relativ. Erstaunlicherweise habe ich aber sehr schnell das Gefühl in einem geschützten Kokon zu sitzen. Wunderbar! Den verzweifelten Telefonierer ein paar Sitzreihen weiter, der einem offensichtlich irren Monteur versucht, sein heimischen Heizungsproblem zu erläutern, kann ich gut wegschieben. Die Füße wurden angenehm warm. Nur 20 Minuten … und meine Balance und Contenance sind wieder hergestellt…
Zumindest bis das Kleinkind anfängt aus vollem Hals zu brüllen.
Januar 22nd, 2013 § § permalink
8sam zum Bus
22. Jan, so ungefähr 9 Uhr morgens, Bushaltestelle, gute 3 Zentimeter Schnee auf Hamburgs Straßen, also Chaos – Manchmal ist es erstaunlich was einem so durch den Kopf geht beim warten. Mir fiel heute morgen auf den Schnellbus wartend die Geh-Meditation ein. Bewusstes Gehen im Hier und Jetzt, gestört durch nichts. Gut, es gibt angenehmere Hier und Jetzts. Aber man kann es sich eben nicht immer aussuchen. Ich habe zunächst festgestellt, dass der Unterstand – oder nennt man das immer noch Wartehäuschen – 10 kleine Schritte lang ist. Es lassen sich also bestens 8 Schritte vor und 8 Schritte zurück machen ohne die Glasseitenwand zu berühren. Die Wende habe ich weggelassen. War mir zu riskant, so ein Schnellbus rast ja dann auch schnell mal vorbei – auch im Schneegestöber.
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November 23rd, 2012 § § permalink

Ein Stein aus dem
Jenisch-Park
Ein MBSR-Seminar sollte Pflichtprogramm sein für jeden, der in unserer verkomplizierten Welt besser zurecht kommen möchte. Die Abkürzung steht für “Mindfulness-Based Stress Reduction” und bedeutet “Stressbewältigung durch Achtsamkeit”. Klingt seltsam, Achtsamkeit. Ich habe mal im Duden der sinnverwandten Worte nachgeschaut, ob es nicht was anderes gegeben hätte: Behutsamkeit, Fingerspitzengefühl, Wachsamkeit waren im Angebot. Von allem ist es ein bisschen, was man da lernt. Eine angenehme Erfahrung. Und ich hoffe auf mehr Erkenntnis durch die Übungen, die man ja nun nicht umsonst gelernt hat. » Read the rest of this entry «