Sicher wie im Ford 17m

April 18th, 2014 § 2 comments § permalink

vwNeulich war ich in Sachen “Sicherheit” mal richtig platt. Ich hatte einer jungen Mutter angeboten, wir könnten sie im Auto aus der Stadt mit nach Hause nehmen. Sie hatte einen eiligen Termin und war ganz zappelig. Aber: “Nein”, sagte sie mit Nachdruck, “das geht nicht, ich hab das Kind dabei und ihr habt keinen Kindersitz.” Wahnsinn! Da hat mir mein Hirn gleich eine ganze Flut von Bildern abgespielt, die mir klar machten: Es ist ein Wunder, dass ich noch lebe.

Zum Beispiel sind wir in meiner Kindheit in den Sommerferien immer nach Holland ans Meer gefahren. Erst mit dem Käfer, das war noch von Dortmund aus. Da lag ich hinten in der Kiste! Ja, unter dem “Brezelfenster” (Foto) haben die alten Volkswagen eine eingelassene “Kiste”. Von wegen Kindersitz. Später von Bayern aus reisten wir die ungefähr 650 Kilometer mit dem Ford 17m. Aus heutiger Sicht eher ein Kleinwagen und für damalige Verhältnisse auch nicht grade riesig, wenn es darum ging eine Familie mit sechs Personen zu transportieren.

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Helden im wahren Leben IX

April 15th, 2014 § 0 comments § permalink

FotoAls Mensch mit süddeutscher Konditionierung fragt man sich manchmal, wieso sich die Hamburger eigentlich so britisch finden. Aber dann gibt es plötzlich diese Situationen, in denen man denkt: “Wie London.” Seit neuestem zum Beispiel fahren die Hamburger Busse – also zumindest die Schnellbusse – nicht mehr einfach in ihr Fahrerlager zum Wechsel. Nein, das machen die unterwegs auf der Strecke, sozusagen fliegend.

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Aktionismus zum Jahresende

Dezember 29th, 2013 § 0 comments § permalink

eckDa legst di nieder …
Alexander mit seiner entzückenden Assistentin Lieselotte repariert den drehunwilligen Dreheckschrank. Schon im zweiten Anlauf klappt’s – er dreht sich wieder ohne bocken und stocken …

 

 

 

 

 

 

Neues aus dem Transportwesen

Dezember 28th, 2013 § 0 comments § permalink

Ahoi – Wein kann segeln!
Das Thema Nachhaltigkeit, auch CO2-Fußabdruck genannt, ist in der Welt des Weins angekommen. Und das ist richtig so, da gibt es nämlich einiges zu tun. Meine Freundin Conni ist entgeistert: “Wie? Gehörst Du jetzt zu denen, die nur noch trinken, was um die Ecke wächst?”

Quatsch! Aber man kann ja mal nachdenken. Und deshalb habe ich begeistert gelesen, dass ein paar Franzosen Wein mit ihrer Firma “TransOceanic Wind Transport” von der Mündung der Loire nach London verschiffen – und zwar per Segelboot in nur vier Tagen. Das ist doch genial!

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Intelligenz im öffentlichen Raum

August 31st, 2013 § 0 comments § permalink

…manche haben einen Vogel oder auch zwei…

…manche haben einen Vogel oder auch zwei…

Hamburg Hauptbahnhof, früher Nachmittag: Schon bevor es losgeht, kann der Passagier zunächst einiges über das System Bahn lernen: “Wir haben einen Türendefekt, aber sobald unser Zugführer die Unterlagen zu unserer Umleitungsstrecke vorliegen hat, geht es gleich los.”

Mit 40 Minuten Verspätung erreichen wir Hannover, in Kassel sind es nur noch 30. Und ab da konnte ich richtig was lernen. Ein ganzes Füllhorn voll Themen  passt nämlich auf die Strecke  Kassel – Frankfurt. » Read the rest of this entry «

Helden im wahren Leben VIII

Februar 22nd, 2013 § 1 comment § permalink

Chinesen sind ja die Schwaben Asiens, das kenne ich bestens von meiner Freundin Fu. Also wie die sparen kann… Deshalb hat es mich auch gar nicht groß gewundert, dass zwei Chinesen beim Einsteigen in den Schnellbus erstmal den Preis aushandeln wollten. Die Haltestelle ist nicht weit vom Hamburger Konsulat entfernt, deshalb ist es nichts Außergewöhnliches einen Vertreter des Reichs der Mitte an der Elbchaussee anzutreffen.
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Es lebe die Achtsamkeit III

Februar 7th, 2013 § 0 comments § permalink

Die mobile 8samkeit 
Das Leben ist kein Wunschkonzert. Wissen wir alle. Schon gar nicht im freitäglich voll gestopften ICE von Frankfurt nach Hamburg. Da überkommt einen schon mal dieses unbändige Bedürfnis nach Ruhe und Meditation. Das Buch ausgelesen, draußen rast die Welt grau in grau vorbei, der Sitznachbar grunzt freudig über seinem Brutalo-Comic auf dem ipad. Wer will da nicht weg, ganz weit weg. Aber bei sich selbst bleiben geht auch.

Wozu hat der Mensch seine geführte Sitzmeditation auf dem iphone gespeichert. Die Führung kommt aus den Kopfhörern und los geht’s . Gut, der ruhige, geschützte Platz, an den mich die Stimme schickt, scheint jetzt Lichtjahre entfernt … und das würdige Erscheinungsbild ist in diesem Spezialfall auch … naja, sagen wir mal … relativ. Erstaunlicherweise habe ich aber sehr schnell das Gefühl in einem geschützten Kokon zu sitzen. Wunderbar! Den verzweifelten Telefonierer ein paar Sitzreihen weiter, der einem offensichtlich irren Monteur versucht, sein heimischen Heizungsproblem zu erläutern, kann ich gut wegschieben. Die Füße wurden angenehm warm. Nur 20 Minuten … und meine Balance und Contenance sind wieder hergestellt…
Zumindest bis das Kleinkind anfängt aus vollem Hals zu brüllen.

PS – zum Helden VII

November 21st, 2012 § 0 comments § permalink

Das ist im Schnellbus selten, der gleiche Fahrer am übernächsten Tag. Der Chinese wieder. Und das ist er sicher, habe heute gesehen, dass er traditionelle, lange Nägel an den kleinen Fingern kultiviert. Der Mann war wie ausgewechselt: die Ausgeglichenheit selbst. Aber unterhaltsam war er auch heute wieder: Er hatte einen von Hand beschriebenen Bogen Papier dabei, von dem er leise die Lippen bewegend sich selbst vorlas und fröhlich grinste. Wie romantisch dachte ich, ist bestimmt ein Liebesbrief. Aber je länger das dauerte – wir krochen eine ganze Weile im Stau voran – desto mehr bin ich zur Überzeugung gekommen: Der hat seinen Beitrag zur Weihnachtsfeier auswendig gelernt.

Helden im wahren Leben VII

November 19th, 2012 § 0 comments § permalink

Dieses ruhige Gleiten ist ja das, was ich an Profi-Fahrern so unendlich bewundere. Die bewegen sich – egal wie riesig ihr Vehikel – durch den Verkehr wie ein Fisch im Wasser. Herrlich. Manche Autofahrer können das auch. Und umgekehrt können es manche Profis auch nicht. Heute morgen hatte ich so einen. Der fuhr wie meine Schwiegermutter, mit äußerst unruhigen Gas-Fuß. Mir hängt jetzt noch der Magen auf halber Höhe vom ruckartigen Vor und Zurück im Sitz. Mit verbundenen Augen hätte ich sofort China assoziiert. Ganz klassischer Fahrstil!
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Helden im wahren Leben VI

November 14th, 2012 § 0 comments § permalink

Hamburgs Radfahrer sind lebensmüde es kann nicht anders sein. Ständig liegt irgendwo ein zerknülltes Fahrrad auf der Straße. Daneben immer die gleiche Szene: Rettungswagen – Polizisten – Autofahrer, den Schock im Gesicht. Mehr weiß man natürlich nicht, wenn man mit dem Schnellbus vorbei braust. Aber neulich hab ich einen Vorgeschmack bekommen, von dem was da abgeht: Ein Typ “Space Cowboy” radelt die Elbchaussee runter, dem müssen die Waden geglüht haben. Wie im Rausch zieht der immer wieder am Bus vorbei – auch gern noch schnell vor der Haltestelle und zwar rechts rum. Da stand einem schon im Bus sitzend der Schweiß auf der Stirn. Und dann kam der Clou: Der Bus steht an der Ampel auf der Links-Abbieger-Spur, Space Cowboy zieht von rechts ran, hält neben dem Bus, haut auf die geschlossene Tür. Der Fahrer, der das wahnwitzige Treiben die ganze Zeit echt cool im Griff hatte, macht auf: “Was’ los?” Cowboy schreit erbost: “Sie! Sie haben mich abgedrängt!”