Nachtleben mit Morris und Lotte

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Lotte im Tiefschlaf

Es gibt Hunde, die schlafen im eigenen Bett. Auch gut. Bei uns ist das anders, wir sind Anhänger der Rudel-Idee. Ist wissenschaftlich natürlich Quatsch, weil wir so gesehen eher eine Gruppe bilden. Aber egal, wir teilen das Lager. Das hat uns unser ersten Hund Morris beigebracht. In nächtlicher Kleinarbeit hat er sich heran gearbeitet, denn als er aus dem Heim kam, wurde ihm – klassisch Anfänger – selbstverständlich zunächst ein separater Schlafplatz in einem Hundebett (Raubtiermuster) angeboten …

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Morris: Ein Leben als Hund 11

morris sitztDie Lieblingsspaziergänge von Morris sahen so aus: Cool die Straße runter schlendern, das Gebüsch auf weggeworfene Sandwiches checken und bei der Seilerei am Souterrain-Fenster schauen, ob Fuzzi da ist. Der reichte mit tätowierter Hand dann die Kekse raus: „Na Dicker, hast wohl wieder nix gekriegt?“

Im Winter konnte man dann gerne wieder nach Hause. Im Sommer wurde noch konzentriert die Wiese nach Grillwurstresten abgesucht. Ganz klar, Morris war ein Anhänger des zielorientierten Handelns. Einfach nur so raus ins Grüne, das war ihm suspekt. Ein bisschen in den Park ging, aber doch keine Abenteuerspaziergänge in der Wildnis. Fuhr man mit ihm raus aus der Stadt, dann stieg er nur unwillig aus dem Auto… Er blieb lieber erstmal auf dem Parkplatz sitzen und wartete, ob wir es uns nicht anders überlegen…

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Morris: Ein Leben als Hund 10

vom stick1 016Leider ist man bei der Wahl seines Urlaubsorts manchmal nicht ganz zielsicher. So kam es, dass wir im frühen Frühling Familien-Urlaub auf dem Bauernhof machten. Parole: Natur, frische Landluft, malerische Idylle! Und für Morris ein fröhliches Treffen mit der Landbevölkerung…

Ganz blöde Idee – Morris ließ keinen Zweifel daran, wie er das fand. Allein der Anblick, wie er auf spitzen Pfoten über eine Weide stakste, um nur ja nicht in den Dunstkreis eines Kuhfladens zu geraten – ein Großstädter durch und durch. Kein Kampfstier weit und breit, aber überqueren der Fläche ging gar nicht. Morris mühte sich bis ziemlich genau zur Mitte, dann versagten ihm die Nerven ob der auch nach dem schneereichen Winter noch animalischen Präsenz. Er musste weg getragen werden. Erst auf dem Waldweg schien es ihm wieder halbwegs sicher.

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Morris: Ein Leben als Hund 9

momoSelbstverständlich war ein Typ wie Morris in den Medien präsent. Er wusste, was Applaus ist und wie man sich auch ohne sportliche Kapriolen in Szene setzt. Wie bei allen Größen von Charakter liegt es schließlich am Fotografen, was draus zu machen. Für seinen ersten Auftritt in „Schöner Wohnen“ war er wie gemacht, das Thema hieß „Gemütlichkeit“. Extra für ihn wurde ein Pouf aus rotem Samt mit gestreiftem Keder genäht. Darauf liegend sollte er die entspannte Atmosphäre unterstützen. Eigentlich ganz sein Ding, nur: das Team hatte den Lunch „auf Augenhöhe“ aufgebaut…

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Morris: Ein Leben als Hund 8

moLucie entsprach nicht nur meiner Traumvorstellung von einem Hund. Morris mochte sie auch leiden. Obwohl sie zu Morris Jugendzeit schon eine gesetzte Hundedame war, wurde Lucie immer für die jüngere gehalten. Morris hat das nicht angefochten, er gab gern den Beschützer. Wenn Lucie an der Hundewiese stand und zwei Mal kurz bellte, dann gab Morris richtig Gas, zischte an ihr vorbei und – bellte auch. Ganz egal, ob da was war oder nicht. Die beiden waren ein witziges Team. Einmal waren wir zu einer großen Geburtstagsparty eingeladen. Lucie war gerade für eine Woche bei uns zu Gast, also nahmen wir beide Hunde mit. „Morris: Ein Leben als Hund 8“ weiterlesen

Morris: Ein Leben als Hund 7

mo jungMorris mochte Ferien am Meer. Wind und Wellen haben ihn irgendwie beflügelt. Natürlich blieb er auf dem Strand. Gebadet wurde zuhause, Morris war bekennender Warm-Duscher. Einen Sommer waren wir in der Normandie, in einem putzigen Häuschen in Villerville – mittig zwischen Honfleur und Deauville. Der Spaziergang war klar: Rechtsrum war es schön, linksrum mondän.

Meistens sind wir nach Honfleur, aber einmal musste es dann doch das Seebad Deauville sein. Wir haben eingekauft und getrödelt beim Kaffeetrinken und ganz vergessen, dass man an diesem Küstenstrich mit den Gezeiten aufpassen muss.  Als wir an die Steilküste kamen war nichts mehr zu wollen, die Flut hatte uns überrascht. Am Strand war kein Durchkommen mehr. „Morris: Ein Leben als Hund 7“ weiterlesen

Morris: Ein Leben als Hund 6

dogManche Hunde sind einfach cool drauf und lernen gerne Tricks. Mein jetziger Hund Lotte ist so. Und die Hunde von Alexanders Schwester sind grundsätzlich so. Die können gefühlt alles. Na gut, Katrin ist Tierärztin auf Norderney und die Psyche unserer besten Freunde ihre Passion. Außerdem hat sie schon immer mindestens einen Hund. Der Wunderhund, den Morris kennenlernte, hieß Borka. Das elegante Tier war nicht nur gelehrig, sondern auch von großer Schönheit: schlank wie ein Model, kohlrabenschwarz, das kurze glänzende Fell immer adrett, vor Energie leuchtende Augen. Rasse? Der Begleiter des portugiesischen Kochs in der Jugendherberge auf Borkum soll eine heimische Beagle-Dame geschwängert haben. Vom Beagle hat sie nichts, sieht eher aus wie ein erstklassischer Pinscher. Morris beobachtete Borka grundsätzlich mit Skepsis. Was die alles konnte, auf einen Stuhl springen und sitzen wie ein Hase, bei Fuß trotz einer Truppe chaotischer Pensionshunde – total wohlerzogen und doch klassisch Hund. Suspekt war ihm das.

Eines Tages kam er dann auch noch in den Genuss eines besonderen Schauspiels. „Morris: Ein Leben als Hund 6“ weiterlesen

Morris: Ein Leben als Hund 5

winter 2009 2010 005Selbstverständlich waren wir mit Morris in der Hundeschule. Das gehörte damals zwar noch nicht zum guten Ton, aber für einen Hund aus dem Tierschutz gab es das kostenlos im Angebot der Hansestadt Hamburg. Und wir als neue Hundebesitzer wollten ja alles richtig machen. Also standen wir hoffnungsfroh auf einer grünen Wiese hinter dem Tierheim Süderstraße. Ein drei Meter hoher Zaun zur Sicherung um uns herum.
Wir, das waren: ein Rottweiler, 50 Kilo Muskelmasse, das Frauchen zarte 45 Kilo. Ein äußerst selbstbestimmter türkischer Hirtenhund, Schulterhöhe 70 Zentimeter, Herrchen: gleiche Nationalität, gleicher Körperbau. Ein kohlrabenschwarzer, eleganter Pitbull dazu
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Morris: Ein Leben als Hund 4

moDoch, Morris war auch mal jung. Und fast ein bisschen sportlich. Aber er hat dem Thema keine größere Bedeutung beigemessen. Und Ehrgeiz es zu vertiefen, hatte er schon gar keinen. Ein Anfall von ungestümer Jugendlichkeit sah zum Beispiel so aus: Wir sind mit Morris den Dünen-Weg auf Norderney entlang geschritten. Schönes Wetter, alles wunderbar. Aus den Höhleneingängen auf der Landseite mit den duftenden Heckenrosen lugten gefühlte 40 Karnickel heraus. „Morris: Ein Leben als Hund 4“ weiterlesen